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Meller Polizei zieht Bilanz Nach der Meller Mai-Party: Mehr aggressive Leute

Meller Kreisblatt 2.05.17: Melle. „Die Leute werden zunehmend aggressiver“. Dieses Fazit zog die Einsatzleiterin der Meller Polizei nach der traditionellen Maifeier am Weberhaus, zu der am 1. Mai

Über 100 Helfer waren auch dieses Mal wieder am 1. Mai bei der Open-Air-Party am Weberhaus im Einsatz. Foto: Christina Wiesmann

rund 1000 Besucher gekommen waren. 

Etwa 1000 Teilnehmer waren der Einladung der Landjugend Oldendorf zur Maiparty gefolgt, um auf der Wiese am Weberhaus zu feiern: „Weniger als im vergangenen Jahr, als etwa 1500 Gäste bei der Mai-Party gezählt wurden“, resümierte die Leiterin des Polizeikommissariates Melle, Christiane Kanellopoulus-Bollrath.

Zweimal Intensivstation

Auf Nachfrage unserer Redaktion berichtete die Einsatzleiterin, dass am Maifeiertag exakt 104 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, 17 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Bakum und Melle-Mitte, zehn Helfer der Diakonie und der Caritas, drei Mitarbeiter der Stadt sowie ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz waren.

Auffällig sei, dass die Teilnehmer zunehmend aggressiv handelten, wenn Alkohol im Spiel sei und die hochprozentigen Getränke ihre Wirkung zeigten: „Ab dem späten Nachmittag gab es hier und da Probleme, gerade wenn Mischgetränke konsumiert wurden“, betonte Kanellopoulus-Bollrath. Einige Betrunkene seien „völlig weggetreten“ und hätten „ohne Verstand“ gehandelt.

Insgesamt wurden im Laufe der Veranstaltung 20 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wobei die Palette von der einfachen Körperverletzung, über Beleidigung und sexueller Nötigung bis hin zur gefährlichen Körperverletzung reichte. Zweimal wurde Strafanzeige wegen Widerstand gegen Beamte ausgesprochen.

Die Rettungskräfte nahmen an 51 Patienten Versorgungen vor, der älteste Patient war 39 Jahre alt, der Jüngste gerade einmal 15. Sieben Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen auf der Intensivstation. Daneben mussten nach Angaben des Einsatzleiters des DRK, Dominik Linge, 16 Transporte ins Betreuungszentrum des DRK in die Bismarckstraße gefahren werden.

Keine K.o.-Tropfen

Dass einem 16-jährigen Mädchen angeblich K. o.-Tropfenverabreicht wurden, hat sich nach Angaben der Einsatzleitung nicht bestätigt: „Es sind keine K. o.-Tropfen im Spiel gewesen. Das Mädchen hatte einfach zu viel getrunken“, äußerte sich Kanellopoulus-Bollrath, nachdem die 16-Jährige am Nachmittag gegen 15 Uhr mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden war. Der Bruder des Mädchens und Freunde hatten bereits die Eltern alarmiert, die die Schülerin abholen sollten. Sie war nach Zeugenaussagen nicht mehr in der Lage, selbst den Berg hinunter zu gehen.

Am Fuße des Berges hatten die Eltern auf die 16-Jährige gewartet, doch deren Zustand verschlechterte sich zusehens. Einsatzkräfte der Feuerwehr riefen einen Rettungswagen, in dem das Mädchen behandelt und schließlich ins Krankenhaus gebracht wurde. Der Bruder fiel vor Ort auf, weil er aggressiv versuchte, zu erklären, was passiert war und sich mit Worten nicht beruhigen ließ. Er wurde dann von Polizeibeamten in Gewahrsam genommen und auf der Wache befragt.

Gute Zusammenarbeit

Insgesamt bewertete die Polizei die Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen Kräften als ganz hervorragend.

„Die von Polizei und DRK vorgelegten Zahlen lassen aufhorchen. Sie können und dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der weitaus überwiegende Teil der Jugendlichen am 1. Mai friedlich verhalten und einen tollen Tag auf der Wiese ab Weberhaus erlebt hat“, resümierte der städtische Mediensprecher Jürgen Krämer. Nach dem Ende der Maiparty seien sich die Landjugend Oldendorf, die Stadt, die Polizei, die Caritas, die Diakonie, das DRK und die Feuerwehr einig, ihre erfolgreiche Zusammenarbeit aus in Zukunft fortzusetzen, um auch in den kommenden Jahren möglichst vielen jungen Menschen eine schöne Maifeier unter freiem Himmel bieten zu können. 

Grundsätzlich war es ruhiger, als in den Jahren zuvor. Ich habe viele Jugendliche aus unseren Präventionsveranstaltungen an den Meller Schulen gesprochen, die sich vernünftig auf den Tag vorbereitet haben und die Anregungen aus den Präventionsveranstaltungen für sich umsetzen konnten. Viele Jugendliche haben auch davon berichtet, dass die Eltern den Elternbrief als Anlass genommen haben, um nochmal mit ihnen über das Thema Alkoholkonsum ins Gespräch zu kommen“, so lautet das Fazit von Daniela Stuckenberg von der Caritas.

30. Mai 2017 11:14 Uhr. Alter: 170 Tage