Sie sind hier: Aktuelles & Stellenangebote » 

Über 100 Helfer bei Mai-Party in Melle im Einsatz

NOZ 2.05.16 Melle: Rund 1500 Besucher haben sich nach Angaben der Meller Polizei am 1. Mai auf der Wiese am Weberhaus zur großen Mai-Party der Landjugend Oldendorf getummelt. Auffällig war laut

Über 100 Helfer waren bei der 1. Mai-Party am Weberhaus in Melle im Einsatz. Foto: Stadtverwaltung

Mitarbeitern des Diakonischen Werks, dass viele Jugendliche unter 18 Jahren hochprozentigen Alkohol getrunken haben. Der höchste gemessene Wert lag bei 1,9 Promille. Der jüngste Patient war laut DRK 15 Jahre alt. Im Einsatz waren 100 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Feuerwehr war mit 20 Kameraden vor Ort. Diakonie und Caritas waren mit insgesamt sechs Helfern dabei, ein Sicherheitsdienst mit zwölf Kräften am Weberhaus, von der Stadt Melle waren zwei Helfer im Einsatz. Die Mai-Party am Weberhaus sei "insgesamt eine gut organisierte Veranstaltung", wie Oliver Maßmann, Erster Polizeihauptkommissar des Polizeikommissariats Melle, auf Anfrage der Redaktion mitteilte. In diesem Jahr habe es bei hervorragendem Wetter etwas weniger Einsätze für polizeiliches Einschreiten und weniger Hilfeleistungen für die Rettungsdienste gegeben.

Und dennoch: Die Bilanz des Party-Tages am Weberhaus ist nicht ohne. Bereits am Vormittag es 1. Mai war den Helfern vor Ort aufgefallen, dass es viele Minderjährige gab, die hochprozentigen Alkohol konsumierten und infolgedessen stark auffällig waren. Eine Strafanzeige wegen sexueller Nötigung Insgesamt hat es am Sonntag seitens der Polizei 29 mündliche und schriftliche Platzverweise gegeben, bei drei Formen des Durchsetzungsgewahrsams kam es zu zwei Zelleneinweisungen. Neun Strafanzeigen sind eingegangen - zwei für gefährliche Körperverletzung, eine für Beleidigung, zwei für Widerstand gegen Beamte, drei für Körperverletzung und eine Strafanzeige wegen sexueller Nötigung. Die Rettungskräfte nahmen 55 Versorgungen vor, 22 Teilnehmer der Mai-Party wurden im eingerichteten Rettungszentrum behandelt, sieben wurden ins Krankenhaus gebracht. Den Angaben der Helfer zufolge war der jüngste Patient 13 Jahre alt, der älteste mit 33 Jahren schon fast einer der "Weberhaus-Oldies". Die Stadt zieht dennoch eine gute Bilanz der Maifeierlichkeiten. "Die Mai-Party ist - sieht man von einigen wenigen Zwischenfällen ab - friedlich verlaufen", sagte Mediensprecher Jürgen Krämer auf Anfrage unserer Redaktion. Das spreche für den weitaus überwiegenden der 1500 jungen Menschen, "die einfach nur eine tolle Party unter freiem Himmel erleben wollten." 500 Wasserflaschen verteilt Auf dem Veranstaltungsgelände waren auch die Caritas-Mitarbeiterinnen mit dem Projekt "HaLT - Hart am Limit" vertreten. Sie verteilten unter dem Slogan "Trink doch mal ein Wasser" 500 Wasserflaschen an die Feiernden, um ein Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu setzen. "Die Jugendlichen haben sehr positiv auf unsere Aktion reagiert", sagte Daniela Rauen, Mitarbeiterin der Fachambulanz Sucht beim Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück. Manche hätten den Caritas-Mitarbeiterinnen sogar beim Austeilen der Flaschen geholfen oder selbst andere Jugendliche angesprochen und zum Wassertrinken motiviert. Auf den Flaschen war ein QR Code abgedruckt, über den sich die "HaLT App" herunterladen ließ. Diese gibt einen Fahrplan mit nützlichen Tipps zur weiteren Unterstützung zum "Notfall Alkohol".

Angst vor Reaktion der Eltern Neben dem Einsatz auf der Wiese waren Caritas-Mitarbeiterinnen zudem im Pavillon des Deutschen Roten Kreuzes und im Christlichen Klinikum Melle präsent. "Wir sind Ansprechpartner für die Jugendlichen, zum Beispiel auch, wenn sie einen betrunkenen Freund ins DRK-Zelt bringen", erläuterte Rauen. "Dann nehmen wir uns Zeit, das Geschehene aufzuarbeiten. Häufig ist die Angst vor der Reaktion der Eltern groß." Auch für besorgte Eltern standen die Caritas-Mitarbeiter im DRK-Zentrum und im Meller Krankenhaus zum Gespräch bereit, falls deren Kinder doch zu viel getrunken hatten und medizinisch behandelt werden mussten. "Außerdem haben wir dann für den Jugendlichen einen weiteren Gesprächstermin in der nächsten Zeit vereinbart, um noch einmal über die Gefahren des exzessiven Alkoholkonsums zu sprechen und gemeinsam Vorsichtsmaßnahmen für die nächste Party zu erarbeiten", sagte Rauen. 300 Promilletests Erneut zeigte auch das Diakonische Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück während der Maiparty Flagge: "Unser Stand war stark frequentiert. Wir haben insgesamt 300 Atemalkoholtestungen durchgeführt", berichtete Tobias Butke, der als Präventionsfachkraft beim Diakonischen Werk tätig ist. Sein Fazit: "Höchstwerte waren hier mit 1,9 Promille zum Glück die Ausnahme." Gleichwohl: "Auffällig war der Eindruck, dass es wieder viele Jugendliche unter 18 Jahren gab, die Hochprozentigen Alkohol getrunken haben", führte der Mitarbeiter der Diakonie aus. Darüber hinaus, so Butke, hätten er und seine Kollegen viele Gespräche mit jungen Veranstaltungsteilnehmern geführt und "bei stark alkoholisierten Jugendlichen Hilfsmaßnahmen ergriffen", beispielsweise unter Hinzuziehung des Deutschen Roten Kreuzes. Sieben Feiernde ins Krankenhaus gebracht Dass die Fachleute des Deutschen Roten Kreuzes während der Mai-Party gefordert waren, machte Einsatzleiter Dominik Linge von der DRK-Kreisbereitschaftsleitung deutlich: "Wir hatten insgesamt rund 55 Versorgungen durchzuführen", führte Linge aus. Der jüngste Patient sei 15 Jahre alt gewesen. Sieben alkoholisierte Personen hätten direkt in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden müssen. Zudem habe es 21 Transporte von alkoholisierten Gästen in das Betreuungszentrum gegeben, das eigens im DRK-Zentrum in Melle-Mitte eingerichtet worden war. Ein Artikel von Christina Wiesmann und Kirsten Muck

9. Mai 2016 08:59 Uhr. Alter: 288 Tage