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Ersthelfer-Kurse werden in Melle deutlich kürzer

Meller Kreisblatt 28.01.15: Die Ersthelfer-Kurse für Betriebsangehörige, Feuerwehrleute und Juleica-Bewerber (Jugendleiter-Card) ändern sich. Statt 16-mal 45 Minuten umfasst die neue Ausbildung ab dem 1. April nur noch neunmal 45 Minuten.

„Das ist jetzt kein halbes Medizinstudium mehr“, sagt Jens Kurby (DRK) zu den neu zugeschnittenen Ersthelfer-Kursen der Berufsgenossenschaft. Foto: Michael Hengehold

„Für Lkw-Fahrer und Übungsleiter in Sportvereinen wird sie nach derzeitigem Stand aber bei 16 Einheiten bleiben“, so Jens Kurby, stellvertretender Ausbildungsbeauftragter beim Meller Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)

„Bei den öffentlichen Kursen ändert sich jedoch nichts“, betont Kurby. Betroffen sind die sogenannten BG-Kurse der Berufsgenossenschaft (BG). Der Grundkurs heißt zukünftig „Ersthelfer-Ausbildung“ , das alle zwei Jahre anstehende Auffrischungstraining firmiert fortan unter „Ersthelfer-Fortbildung“ und verlängert sich um eine Einheit von acht auf neunmal 45 Minuten.

„Damit will die Berufsgenossenschaft sich dem europäischen Standard anpassen“, erläutert Kurby. Vorteil für die Absolventen: Was bislang noch zwei Tage in Anspruch nimmt, geht zukünftig an einem vonstatten. „Die Hoffnung ist, dass sich dadurch die Motivation bei den Mitarbeitern erhöht“, so Kury, „Themen sind zwar nicht wegefallen, die Inhalte wurden allerdings entschlackt. Das ist jetzt praxisorientierter und kein halbes Medizinstudium mehr.“

Dabei würden zum Beispiel Studienergebnisse berücksichtigt, die belegen, dass Ersthelfer am Unfallort selten allein sind: „Normalerweise arbeitet man in Gruppen – das wird jetzt in der Ausbildung auch so sein.“

Auch für die Teilnahme an den Auffrischungskursen, künftig „Fortbildung“, wirbt Kurby: „Die können speziell auf die jeweilige Firma zugeschnitten werden. Das bringt was, denn da bleibt wirklich was hängen und beim nächsten Mal wieder ein bisschen was.“

Öffentliche Kurse werden vom Deutschen Roten Kreuz vier- bis fünfmal im Jahr angeboten, für die BG-Kurse stellen die Firmen Anfragen. BG-Kurse sind verpflichtend, wenn mindestens zwei Mitarbeiter im Betrieb gleichzeitig anwesend sind. Ab 20 Mitarbeitern müssen fünf (Büro) oder zehn Prozent (Industrie) der Angestellten zum Ersthelfer ausgebildet werden.

Ob alle Firmen diesbezüglich ihre Pflicht erfüllen, ist sich Kurby nicht so sicher: „Es könnten sicherlich mehr Kurse sein, wenn sich alle Betriebe daran halten würden.“

Autor: Michael Hengehold

29. Januar 2015 11:30 Uhr. Alter: 4 Jahre