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Positive Wirkung auch in Melle

Meller Kreisblatt 23.01.15: Pflegestärkungsgesetz macht mehr Betreuung möglich.

Ob Kegeln oder Gespräche – das Pflegepersonal nimmt sich Zeit für Erika Karbach, Margret Schmidt, Gerhard Rohner (vorne von links) und die anderen Gäste in der DRK-Kurzzeitpflege. Foto: Norbert Wiegand

„Wir können jetzt mehr Personal für die Betreuung unserer Gäste einsetzen“, beschreibt Volker Görtz eine spürbare Auswirkung des neuen Pflegestärkungs-Gesetzes.

„Seit dem 1. Januar kann für alle Pflegebedürftigen in unserer DRK-Kurzzeitpflege zusätzliche Betreuung über die Krankenkassen refinanziert werden“, erläutert der Pflegedienstleiter die etwas verbesserten Voraussetzungen. Bislang wurden zusätzliche Betreuungsleistungen von den gesetzlichen und vielen privaten Krankenkassen in der Regel nur bei Demenzkranken finanziert.

„Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz wird der richtige Weg eingeschlagen“, erklärt Görtz. „Wir hoffen, dass unsere Pflegekräfte künftig mehr Zeit für ihre originären Aufgaben haben – nämlich für unsere Gäste da zu sein“, so der Chef der Einrichtung an der Henri-Dunant-Straße. Zwar sei der angekündigte Bürokratieabbau bei der Pflegedokumentation noch nicht erkennbar, aber das Gesetz sei ja auch erst seit drei Wochen in Kraft und außerdem seien weitere Verbesserungen bereits in Arbeit.

Die DRK-Kurzzeitpflege ist die einzige Einrichtung dieser Art im Grönegau, die sich auf die so genannte Urlaubspflege und die Übergangspflege nach Krankenhaus-Aufenthalten und Operationen konzentriert. Außerdem werden Gäste aufgenommen, wenn eine häusliche Pflege (beispielsweise bei Erschöpfung der Angehörigen) nicht mehr möglich ist. Das „Gästehaus“ in unmittelbarer Nähe des Hardachstiftes ist mit 21 Plätzen und acht Vollzeitstellen ausgestattet. Insgesamt sind zwölf Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung im Einsatz. Die Auslastung der DRK-Kurzzeitpflege lag im Jahr 2014 bei 98 Prozent. Die meisten Anmeldungen erfolgen frühzeitig, in eiligen Fällen werden dennoch kurzfristige Lösungen gesucht.

„Wir streben immer an, die Pflege möglichst so wie in der häuslichen Umgebung fortzusetzen“, geht der Chef der Kurzzeitpflege auf Kernpunkte des Pflegekonzeptes ein. „Nach Krankenhaus-Aufenthalten und Operationen steht für uns stets als Ziel die Rückführung in das vorherige Lebensumfeld im Vordergrund.“ Bei einem sich abzeichnenden Ende der häuslichen Pflege kann die Kurzzeitpflege aber auch für den Übergang zur stationären Pflege genutzt werden.

Autor: Norbert Wiegand

27. Januar 2015 12:03 Uhr. Alter: 4 Jahre